Eine gute Schadenfreiheitsklasse ist bares Geld wert. Dass man sie unter Umständen weitergeben kann, wissen viele — die Bedingungen dafür kennen die wenigsten.
Was übertragen bedeutet
Bei einer Übertragung gibt jemand seine erreichte Klasse an eine andere Person weiter. Der Abgebende steht danach ohne diese Klasse da — sie lässt sich nicht teilen und nicht kopieren. Genau das wird oft übersehen: Es ist eine Weitergabe, kein Vervielfältigen.
Die üblichen Voraussetzungen
Die genauen Regeln stehen in den Bedingungen des jeweiligen Tarifs und unterscheiden sich. Drei Punkte tauchen aber fast überall auf: Es muss eine nahe persönliche Beziehung bestehen — typischerweise innerhalb der Familie oder im gemeinsamen Haushalt. Der Abgebende muss die Klasse selbst nicht mehr benötigen, das Fahrzeug also abgeben oder anders versichern. Und der Übernehmende muss tatsächlich gefahren sein: Übertragen wird meist nur so viel, wie er selbst als Fahrer hätte erwerben können.
Dieser letzte Punkt ist der, an dem es am häufigsten scheitert. Wer seit drei Jahren den Führerschein hat, bekommt keine zwanzig Jahre Schadenfreiheit übertragen, auch wenn die Großmutter sie hergeben möchte.
Wann eine Übertragung sinnvoll ist
Sie lohnt sich, wenn jemand im Umfeld eine gute Klasse hat und sie wirklich nicht mehr braucht — etwa nach Aufgabe des Autos aus Altersgründen. Dann geht ein realer Wert nicht verloren, sondern wandert dorthin, wo er weiter wirkt.
Sie lohnt sich nicht, wenn der Abgebende in absehbarer Zeit selbst wieder ein Fahrzeug versichern will. Dann steht er anschließend schlechter da als vorher, und unterm Strich ist nichts gewonnen.
Die Alternative ohne Übertragung
Wo keine anrechenbare Klasse vorliegt, gibt es die Einstufung nach Führerscheinjahren — Jahre plus zwei, höchstens SF7. Der Vorteil gegenüber einer Übertragung: Niemand muss dafür etwas aufgeben, und die Klasse gehört von Anfang an dir.
Welcher der beiden Wege günstiger ist, hängt vom Einzelfall ab. Wenn beides infrage kommt, rechnen wir dir das aus, bevor irgendjemand seine Klasse abgibt.
Was du vorher klären solltest
Kläre die Übertragung vor dem Abschluss, nicht danach. Sie nachträglich einzurichten ist deutlich mühsamer, und in manchen Konstellationen geht es gar nicht mehr. Ein kurzer Anruf im Vorfeld erspart eine lange Korrespondenz im Nachhinein.