Haftpflicht ist Pflicht, alles andere ist freiwillig. Was Teilkasko und Vollkasko tatsächlich abdecken, unterscheidet sich klarer, als die ähnlichen Namen vermuten lassen — und die Entscheidung hängt vor allem am Wert des Autos.
Die Kfz-Haftpflicht deckt nur die anderen
Die Kfz-Haftpflicht ist gesetzlich vorgeschrieben und zahlt Schäden, die du mit deinem Fahrzeug bei anderen verursachst — am fremden Auto, an der Leitplanke, an Personen. Für deinen eigenen Wagen leistet sie nichts. Wer ohne Kasko fährt und selbst einen Unfall baut, trägt den Schaden am eigenen Fahrzeug vollständig selbst.
Was die Teilkasko abdeckt
Die Teilkasko greift bei Schäden am eigenen Fahrzeug, für die niemand etwas kann. Dazu zählen typischerweise Diebstahl, Brand und Explosion, Glasbruch, Sturm, Hagel, Blitzschlag und Überschwemmung sowie Zusammenstöße mit Haarwild. Auch Marderbisse sind bei vielen Tarifen enthalten — der genaue Umfang steht in den Bedingungen und unterscheidet sich durchaus.
Was die Teilkasko nicht abdeckt: alles, was du selbst verschuldet hast. Der Bordstein, die Garagenwand, der Auffahrunfall — dafür braucht es Vollkasko.
Was die Vollkasko zusätzlich leistet
Die Vollkasko enthält alles aus der Teilkasko und kommt zusätzlich für selbstverschuldete Schäden am eigenen Fahrzeug auf. Ebenfalls dabei ist in der Regel Vandalismus — also mutwillige Beschädigung durch Dritte, die man selten ermittelt.
Ein wichtiger Unterschied für die Einstufung: Die Vollkasko hat eine eigene Schadenfreiheitsklasse, die Teilkasko nicht. Eine bessere Einstufung wirkt deshalb auf Haftpflicht und Vollkasko — beim reinen Teilkaskoschutz sinkt der Gesamtbeitrag nur über den Haftpflicht-Anteil.
Die Selbstbeteiligung ist die stärkste Stellschraube
Mit der Selbstbeteiligung legst du fest, welchen Teil eines Schadens du selbst trägst. Übliche Werte liegen bei 150 Euro in der Teilkasko und 300 bis 500 Euro in der Vollkasko. Je höher der Betrag, desto niedriger der Beitrag — und umgekehrt.
Die Faustregel dabei: Wähle einen Betrag, den du im Ernstfall tatsächlich aufbringen kannst, ohne in Schwierigkeiten zu geraten. Eine hohe Selbstbeteiligung, die du dir eigentlich nicht leisten kannst, verlagert das Risiko nur, statt es zu senken.
Wann sich Vollkasko nicht mehr lohnt
Die Kasko ersetzt im Schadenfall höchstens den Wiederbeschaffungswert deines Fahrzeugs — also das, was ein vergleichbarer Wagen aktuell kosten würde. Bei einem Auto, das nur noch wenige tausend Euro wert ist, steht der Vollkaskobeitrag deshalb irgendwann in keinem Verhältnis mehr zur möglichen Leistung.
Einen festen Grenzwert gibt es nicht, weil er von Fahrzeugwert, Beitrag und deiner eigenen Lage abhängt. Die ehrliche Rechnung lautet: Wie viel zahle ich im Jahr, und was bekäme ich im schlimmsten Fall maximal ersetzt? Wer ein neueres oder finanziertes Fahrzeug fährt, landet fast immer bei Vollkasko — bei einem älteren Gebrauchten lohnt sich das Nachrechnen.
Werkstattbindung: günstiger, aber nicht für jeden
Viele Tarife bieten einen Nachlass, wenn du dich im Schadenfall auf Partnerwerkstätten festlegst. Das senkt den Beitrag spürbar. Bei einem Fahrzeug mit Herstellergarantie solltest du vorher prüfen, ob die Reparatur außerhalb des Vertragsnetzes Ansprüche gefährdet — bei einem älteren Gebrauchten spielt das dagegen meist keine Rolle.