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Familienabsicherung6 Min. Lesezeit15. November 2025

Welche Versicherungen braucht eine junge Familie wirklich?

Schwangeres Paar im vorbereiteten Kinderzimmer

Mit der Familiengründung ändert sich vieles — auch der Versicherungsbedarf. Plötzlich trägst du nicht mehr nur Verantwortung für dich selbst, sondern auch für dein Kind. Doch welche Policen sind wirklich unverzichtbar und wo lohnt es sich, genauer hinzuschauen?

Die Pflicht: Versicherungen, die jede Familie haben sollte

Privathaftpflichtversicherung: Sie ist die wichtigste Versicherung überhaupt. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit kann Schäden in Millionenhöhe verursachen. Gerade mit kleinen Kindern, die gern Dinge anfassen und umwerfen, ist eine Familienhaftpflicht mit ausreichender Deckungssumme (mindestens 10 Millionen Euro) ein Muss. Achte darauf, dass deliktunfähige Kinder mitversichert sind.

Krankenversicherung: Dein Kind muss krankenversichert sein — entweder über die gesetzliche Familienversicherung (beitragsfrei) oder privat. Prüfe frühzeitig, welche Variante für eure Situation passt, insbesondere wenn ein Elternteil privat versichert ist.

Risikolebensversicherung: Für Familien mit nur einem Hauptverdiener oder einer laufenden Immobilienfinanzierung ist die Risikoleben essenziell. Sie sichert die Familie finanziell ab, falls der Hauptverdiener oder die Hauptverdienerin verstirbt. Die Versicherungssumme sollte mindestens das Drei- bis Fünffache des Jahreseinkommens betragen.

Die Kür: wichtig, aber nicht immer sofort nötig

Berufsunfähigkeitsversicherung (BU): Die eigene Arbeitskraft ist das größte Kapital. Eine BU sichert das monatliche Einkommen, wenn du deinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kannst. Je früher der Abschluss, desto günstiger die Beiträge.

Hausratversicherung: Schützt dein Hab und Gut bei Einbruch, Feuer oder Wasserschaden. Gerade wenn ihr euch für die Familie neu eingerichtet habt, kann der Wert des Hausrats schnell unterschätzt werden.

Elternzeit: Was mit dem Versicherungsschutz passiert

Während der Elternzeit ändert sich einiges — auch bei Versicherungen, die an das Arbeitsverhältnis geknüpft sind. Eine betriebliche Gruppenunfallversicherung oder ein Zuschuss zur Berufsunfähigkeitsversicherung über den Arbeitgeber kann während der Elternzeit ruhen oder anders geregelt sein. Es lohnt sich, das vor dem Start der Elternzeit direkt beim Arbeitgeber oder in der Personalabteilung nachzufragen, statt sich im Nachhinein zu wundern. Auch private Verträge mit einkommensabhängigen Beiträgen (z. B. manche BU-Tarife mit Beitragsdynamik) sollten in dieser Zeit einmal geprüft werden — nicht selten lässt sich die Dynamik während der Elternzeit pausieren, ohne den Vertrag zu verlieren.

Worauf du verzichten kannst

Manche Versicherungen klingen nützlich, sind aber für die meisten Familien überflüssig: Handyversicherungen, Brillenversicherungen oder Reisegepäckversicherungen gehören in der Regel dazu. Auch Ausbildungsversicherungen oder Sterbegeld-Policen sind selten sinnvoll — ein einfacher ETF-Sparplan leistet langfristig oft mehr. Ein Beispiel: Eine Ausbildungsversicherung mit garantierter Auszahlung mit 18 Jahren bindet dein Geld über fast zwei Jahrzehnte zu meist mageren Konditionen — mit einem regelmäßigen, breit gestreuten Sparplan bist du in aller Regel flexibler und am Ende oft auch finanziell besser gestellt.

Fazit: Weniger ist mehr — aber das Richtige muss stimmen

Konzentriere dich auf die existenziellen Risiken: Haftung, Tod und Berufsunfähigkeit. Bei allem anderen lohnt sich ein genauer Blick. Wenn du unsicher bist, welche Versicherungen zu eurer Lebenssituation passen, hilft ein persönlicher Check — kostenlos und unverbindlich.

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