Die Hausratversicherung ist einer der wenigen Verträge, deren Preis sich fast vollständig aus zwei Zahlen ergibt — und deren größter Fehler nicht im Beitrag liegt, sondern in der Summe.
Die Wohnfläche bestimmt die Summe
Die Versicherungssumme wird üblicherweise nicht aus deinem Möbelwert berechnet, sondern pauschal über die Quadratmeter. Ein verbreiteter Ansatz sind 650 Euro pro Quadratmeter — bei 50 Quadratmetern also 32.500 Euro Versicherungssumme.
Das wirkt für eine erste Wohnung reichlich, und beim Einzug stimmt das oft auch. Der Sinn des Verfahrens liegt woanders: Wer nach dieser Regel versichert, bekommt in der Regel einen Unterversicherungsverzicht. Das ist der eigentliche Punkt.
Warum Unterversicherung teuer wird
Ist die Versicherungssumme zu niedrig angesetzt und passiert ein Schaden, kann der Versicherer die Leistung anteilig kürzen — auch bei kleinen Schäden. Wer für 10.000 Euro versichert, obwohl 30.000 nötig wären, bekommt bei einem 3.000-Euro-Schaden womöglich nur einen Teil ersetzt.
Mit Unterversicherungsverzicht entfällt diese Kürzung. Deshalb ist es keine gute Idee, an der Summe zu sparen — der Beitragsunterschied ist klein, das Risiko im Schadenfall groß.
Was den Beitrag sonst bestimmt
Neben der Summe zählt vor allem der Wohnort: Die Einbruchhäufigkeit unterscheidet sich regional erheblich, und das schlägt direkt auf den Beitrag durch. Dazu kommen die gewählten Zusatzbausteine — Fahrraddiebstahl, Elementarschäden, grobe Fahrlässigkeit — und eine eventuelle Selbstbeteiligung.
Zur Größenordnung: Für eine 50-Quadratmeter-Wohnung in Hamburg liegt der Beitrag erfahrungsgemäß bei etwa 5 bis 8 Euro im Monat. In einer ländlichen Region ist es weniger, in einem Ballungsraum mit hoher Einbruchquote mehr.
Was versichert ist — und was nicht
Versichert ist grundsätzlich alles, was du beim Umzug mitnehmen würdest: Möbel, Elektronik, Kleidung, Geschirr. Die Standardgefahren sind Feuer, Einbruchdiebstahl, Leitungswasser sowie Sturm und Hagel.
Nicht enthalten sind Schäden am Gebäude selbst — dafür ist die Wohngebäudeversicherung des Eigentümers zuständig. Und Dinge, die einfach verloren gehen oder kaputtgehen, sind kein Fall für die Hausrat: Sie ersetzt Schäden durch die versicherten Gefahren, nicht Verschleiß und Missgeschicke.
Der Unterschied zur Haftpflicht
Die Hausratversicherung ersetzt deine eigenen Sachen. Die Privathaftpflicht springt ein, wenn du bei anderen einen Schaden verursachst. Beides zusammen kostet für einen Single- Haushalt oft weniger als ein Streamingabo — die Haftpflicht allein liegt typischerweise bei 4 bis 6 Euro im Monat.
