In der eigenen Wohnung ist klar, wem was gehört. In der WG wird es unübersichtlich — und genau deshalb entstehen dort die meisten Missverständnisse rund um die Hausratversicherung.
Zuerst: Läufst du noch über die Eltern?
Solange du dich in der Erstausbildung befindest, gilt bei vielen Tarifen eine Regelung zur Außenversicherung: Dein Hausrat am Studien- oder Ausbildungsort ist über die Police deiner Eltern mitversichert.
Ob und wie lange das gilt, unterscheidet sich zwischen den Tarifen und ist häufig an Altersgrenzen oder das Ende der Ausbildung geknüpft. Das ist der erste Anruf, bevor du selbst etwas abschließt — und der zweite gilt der Frage, wann dieser Schutz endet, denn das merkt niemand von allein.
Der eigene Vertrag: Was er abdeckt
Schließt du selbst ab, versicherst du deinen Hausrat. Die Sachen deiner Mitbewohner sind nicht mitversichert — auch dann nicht, wenn sie im gemeinsamen Wohnzimmer stehen. Jeder in der WG braucht also entweder einen eigenen Vertrag oder eine eigene Außenversicherung über die Eltern.
Als Versicherungssumme zählt die gesamte Wohnfläche der WG, nicht nur dein Zimmer — schließlich nutzt du Küche, Bad und Flur mit. Frag im Zweifel nach, wie der jeweilige Tarif das handhabt.
Warum ein gemeinsamer Vertrag Probleme macht
Ein Vertrag für die ganze WG klingt praktisch und ist es selten. Der Versicherungsnehmer ist eine Person — und die haftet, bekommt die Leistung und muss sie intern verteilen. Zieht jemand aus, ist zu klären, wem der Vertrag gehört und wer künftig zahlt.
In einer WG mit wechselnder Belegung sind getrennte Verträge fast immer die einfachere Lösung, auch wenn sie zusammen etwas mehr kosten.
Die Haftpflicht ist wichtiger als der Hausrat
In einer WG teilt man sich Waschmaschine, Bad und Küche — und damit auch die Gelegenheiten, versehentlich etwas kaputtzumachen. Ein Wasserschaden, der vom eigenen Zimmer in die Wohnung darunter läuft, kann Größenordnungen erreichen, die kein Hausrat abdeckt.
Die Privathaftpflicht ist deshalb der wichtigere Vertrag von beiden. Prüfe auch hier zuerst, ob du noch über die Eltern mitversichert bist — und ob Schäden am gemieteten Wohnraum eingeschlossen sind. Das ist eine eigene Position in den Bedingungen und für Mieter die entscheidende.
